Kommentare

Über Angst

Jede Zeit hat ihre Vokabel, in der sich die jüngste Mentalität ballt, ihren Grundbegriff, der die Jetzt-Stimmung fasst, ihre Denkfigur, die gehegt und gepflegt wird wie ein Tomatensträuchlein. Die Künstler des im öden Chic der Jahrhundertwende erstarrten Wien hatten vor 1914 ihren Ennui. Die 68er fanden im Tumult zusammen, in der grobianischen Lust, die Gesellschaft… Weiterlesen Über Angst

Kommentare

Storytelling I, … oder: Gegen die neue totale Erzählbarkeit

[Der Beginn einer losen Reihe, mit Gedanken zum Thema Storytelling, das gerade in aller (Werbe-, Texter- und Unternehmens-)Munde ist. Wenn denn jemand Lust hat, kann er/sie sich gerne mit eigenen Beiträgen beteiligen, bei Bedarf / Lust / Schreibeifer einfach melden.] Wenn sogar McDonalds sich als Erzähltheoretiker und Hüter von Wahrheit ausgibt, muss man hellhörig werden.… Weiterlesen Storytelling I, … oder: Gegen die neue totale Erzählbarkeit

Kritiken

„aus mündern atemweise“. Über neue Lyrikbände aus Luxemburg

  Die „graPHIiti“-Reihe des Verlagshauses „Éditions Phi“ dürfte die langlebigste und erfolgreichste Lyrikfördermaßnahme Luxemburgs sein. 1992 wurde sie lanciert, bis heute sind 107 französischsprachige sowie 26 deutschsprachige Bücher erschienen. Von José Ensch über Léopold Hoffmann hin zu Jean-Paul Jacobs und Anise Koltz – viele unserer maßgeblichen Autoren und Autorinnen der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts… Weiterlesen „aus mündern atemweise“. Über neue Lyrikbände aus Luxemburg

Kommentare

Über Transparenz

Eine gute Übung in Zeitgenossenschaft: sich zu überlegen, wer wir gewesen sein werden. Wie wird man in hundert Jahren auf uns zurückblicken? Womöglich wird Selbstverständliches abwegig anmuten, etwa wie ich an einer klobigen verkabelten Bildschirmkiste sitze, um das hier zu schreiben. Über dieses Gedankenspiel sprach der Publizist Roger Willemsen in einer Rede, die er kurz… Weiterlesen Über Transparenz

Kritiken

Vom Ängstlichen, Grausigen und Plapprigen. Über Roman Ehrlichs Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“

In seiner Schrift Arbeit am Mythos (1979) weist der Philosoph Hans Blumenberg dem Erzählen zwei Aufgaben zu: „Geschichten werden erzählt, um etwas zu vertreiben. Im harmlosesten, aber nicht unwichtigsten Fall: die Zeit. Sonst und schwerwiegender: die Furcht.“ Bei dem Diskursgeschnatter unserer angstbesessenen Zeit nimmt es nicht Wunder, dass sich auch die jüngste Literatur mit dem… Weiterlesen Vom Ängstlichen, Grausigen und Plapprigen. Über Roman Ehrlichs Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“

Kommentare · Kritiken

Alle meine Ex-Hypes. Über „New Sincerity“ und die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift „Metamorphosen“

Es ist immer von Vorteil, über den jeweils aktuellen Literaturhype Bescheid zu wissen. Insbesondere, wenn dieser eigentlich schon wieder zu den Akten gelegt wurde, wie es vor kurzem der sogenannten „Alt Lit“-Bewegung in den USA ergangen ist. Hinter dem Label der „Alternative Literature“ hatte sich seit 2011 eine Gruppe junger, vorwiegend aus New York stammender… Weiterlesen Alle meine Ex-Hypes. Über „New Sincerity“ und die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift „Metamorphosen“

Kritiken

Es gibt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Über Tullio Forgiarinis Erzählung „Lizardqueen“

Ausnahmsweise sei als Einstieg mal einer jener wuchtigen Sätze des übergroßen Marcel Reich-Ranicki zitiert, mit dem der 2013 verstorbene Kritiker zu glänzen und einzuschüchtern wusste: „Literatur kennt nur zwei Themen. Die Liebe und den Tod. Alles andere ist Mumpitz.“ Wer könnte dem widersprechen? Der luxemburgische Autor Tullio Forgiarini scheint sich dieses Dekrets jedenfalls entsinnt zu… Weiterlesen Es gibt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Über Tullio Forgiarinis Erzählung „Lizardqueen“