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Was sollen wir nur tun, Volker? Über eine abträgliche Besprechung von Linda Boström Knausgårds Roman „Willkommen in Amerika“

Mit der Platzanweisung fängt es an. Wer den Oberkellner kennt, kriegt den guten Tisch am Fenster. Ansonsten sitzt du neben der Tür zur Küche, die so ein albernes ovales Guckloch hat und dir zuverlässig die fischigen Gargerüche in den Nacken fächert. Mit der Zuteilung von Raum werden Hierarchien und Strukturen evident, die einem so vielleicht… Weiterlesen Was sollen wir nur tun, Volker? Über eine abträgliche Besprechung von Linda Boström Knausgårds Roman „Willkommen in Amerika“

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Auf Mercedes Benz reimt sich Dekadenz.

Was haben Autobesitz und ein „Poetry Slam“ miteinander zu tun? Der Versuch eines Nachvollzugs. Ob Strumpf, Ozon oder Sommer – es ist nicht immer einfach, die vielen Löcher zu stopfen. Das wissen gerade im Juli, August, September die Redakteure der Zeitungen. Wie angeschossene Rehe irren sie durch das Luxemburger Ländchen, um Terrassen, Camping-Wiesen und Schotterwege… Weiterlesen Auf Mercedes Benz reimt sich Dekadenz.

Kritiken

Direkt davor und längst danach. Über Jan Wehns „Morgellon“ und Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

„Morgellon“, der Erstling von Jan Wehn, ist ein Buch der Anregungen. Es sind die medialen, pharmazeutischen und psychotischen Stimuli unserer Zeit, die den Protagonisten Noah Zimmermann auf gerade einmal 75 Seiten ans Ende der Gesellschaft und seiner selbst treiben. Mit einer Junkie-Einlage setzt der Wegfall aus dem Sozialen ein: Nachdem der Student Noah seinem Dealer… Weiterlesen Direkt davor und längst danach. Über Jan Wehns „Morgellon“ und Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

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Über Angst

Jede Zeit hat ihre Vokabel, in der sich die jüngste Mentalität ballt, ihren Grundbegriff, der die Jetzt-Stimmung fasst, ihre Denkfigur, die gehegt und gepflegt wird wie ein Tomatensträuchlein. Die Künstler des im öden Chic der Jahrhundertwende erstarrten Wien hatten vor 1914 ihren Ennui. Die 68er fanden im Tumult zusammen, in der grobianischen Lust, die Gesellschaft… Weiterlesen Über Angst

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Storytelling I, … oder: Gegen die neue totale Erzählbarkeit

[Der Beginn einer losen Reihe, mit Gedanken zum Thema Storytelling, das gerade in aller (Werbe-, Texter- und Unternehmens-)Munde ist. Wenn denn jemand Lust hat, kann er/sie sich gerne mit eigenen Beiträgen beteiligen, bei Bedarf / Lust / Schreibeifer einfach melden.] Wenn sogar McDonalds sich als Erzähltheoretiker und Hüter von Wahrheit ausgibt, muss man hellhörig werden.… Weiterlesen Storytelling I, … oder: Gegen die neue totale Erzählbarkeit

Kritiken

„aus mündern atemweise“. Über neue Lyrikbände aus Luxemburg

  Die „graPHIiti“-Reihe des Verlagshauses „Éditions Phi“ dürfte die langlebigste und erfolgreichste Lyrikfördermaßnahme Luxemburgs sein. 1992 wurde sie lanciert, bis heute sind 107 französischsprachige sowie 26 deutschsprachige Bücher erschienen. Von José Ensch über Léopold Hoffmann hin zu Jean-Paul Jacobs und Anise Koltz – viele unserer maßgeblichen Autoren und Autorinnen der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts… Weiterlesen „aus mündern atemweise“. Über neue Lyrikbände aus Luxemburg

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Über Transparenz

Eine gute Übung in Zeitgenossenschaft: sich zu überlegen, wer wir gewesen sein werden. Wie wird man in hundert Jahren auf uns zurückblicken? Womöglich wird Selbstverständliches abwegig anmuten, etwa wie ich an einer klobigen verkabelten Bildschirmkiste sitze, um das hier zu schreiben. Über dieses Gedankenspiel sprach der Publizist Roger Willemsen in einer Rede, die er kurz… Weiterlesen Über Transparenz