Kritiken

Vom Verlust und vom Lesen. Über Ali Smiths Buch „Wem erzähle ich das?“

Am Beginn steht die Not: „Das volle Jahr und der Tag waren verstrichen, und ich wusste mir noch immer keinen Rat.“ Die Ich-Erzählerin hat ihre Lebenspartnerin verloren, seit einem Jahr trauert sie und versucht, wieder zu sich zu finden. Bezüglich der Beziehung und deren Ende bekommen wir in „Wem erzähle ich das?“ aber nur spärliche… Weiterlesen Vom Verlust und vom Lesen. Über Ali Smiths Buch „Wem erzähle ich das?“

Kritiken

Direkt davor und längst danach. Über Jan Wehns „Morgellon“ und Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

„Morgellon“, der Erstling von Jan Wehn, ist ein Buch der Anregungen. Es sind die medialen, pharmazeutischen und psychotischen Stimuli unserer Zeit, die den Protagonisten Noah Zimmermann auf gerade einmal 75 Seiten ans Ende der Gesellschaft und seiner selbst treiben. Mit einer Junkie-Einlage setzt der Wegfall aus dem Sozialen ein: Nachdem der Student Noah seinem Dealer… Weiterlesen Direkt davor und längst danach. Über Jan Wehns „Morgellon“ und Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

Kritiken

„aus mündern atemweise“. Über neue Lyrikbände aus Luxemburg

  Die „graPHIiti“-Reihe des Verlagshauses „Éditions Phi“ dürfte die langlebigste und erfolgreichste Lyrikfördermaßnahme Luxemburgs sein. 1992 wurde sie lanciert, bis heute sind 107 französischsprachige sowie 26 deutschsprachige Bücher erschienen. Von José Ensch über Léopold Hoffmann hin zu Jean-Paul Jacobs und Anise Koltz – viele unserer maßgeblichen Autoren und Autorinnen der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts… Weiterlesen „aus mündern atemweise“. Über neue Lyrikbände aus Luxemburg

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Vom Ängstlichen, Grausigen und Plapprigen. Über Roman Ehrlichs Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“

In seiner Schrift Arbeit am Mythos (1979) weist der Philosoph Hans Blumenberg dem Erzählen zwei Aufgaben zu: „Geschichten werden erzählt, um etwas zu vertreiben. Im harmlosesten, aber nicht unwichtigsten Fall: die Zeit. Sonst und schwerwiegender: die Furcht.“ Bei dem Diskursgeschnatter unserer angstbesessenen Zeit nimmt es nicht Wunder, dass sich auch die jüngste Literatur mit dem… Weiterlesen Vom Ängstlichen, Grausigen und Plapprigen. Über Roman Ehrlichs Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“

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Alle meine Ex-Hypes. Über „New Sincerity“ und die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift „Metamorphosen“

Es ist immer von Vorteil, über den jeweils aktuellen Literaturhype Bescheid zu wissen. Insbesondere, wenn dieser eigentlich schon wieder zu den Akten gelegt wurde, wie es vor kurzem der sogenannten „Alt Lit“-Bewegung in den USA ergangen ist. Hinter dem Label der „Alternative Literature“ hatte sich seit 2011 eine Gruppe junger, vorwiegend aus New York stammender… Weiterlesen Alle meine Ex-Hypes. Über „New Sincerity“ und die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift „Metamorphosen“

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Es gibt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Über Tullio Forgiarinis Erzählung „Lizardqueen“

Ausnahmsweise sei als Einstieg mal einer jener wuchtigen Sätze des übergroßen Marcel Reich-Ranicki zitiert, mit dem der 2013 verstorbene Kritiker zu glänzen und einzuschüchtern wusste: „Literatur kennt nur zwei Themen. Die Liebe und den Tod. Alles andere ist Mumpitz.“ Wer könnte dem widersprechen? Der luxemburgische Autor Tullio Forgiarini scheint sich dieses Dekrets jedenfalls entsinnt zu… Weiterlesen Es gibt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Über Tullio Forgiarinis Erzählung „Lizardqueen“

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Partout c’est la guerre. Über Tijan Silas Roman „Tierchen unlimited

Es ist nicht einfach, sich zu behaupten, weder in Sarajevo, wo „Menschen jeden Morgen mit dem Gedanken aufwachten: ›Lieber Gott, lass mich heute nicht sterben. Ich bin zu jung. Ich habe Besseres verdient‹“, noch in Heidelberg, der „Stadt voller Flachzangen“, dem „Loch“, das „nicht einmal einen Fußballverein“ aufzuweisen hat. In Tijan Silas Roman Tierchen unlimited… Weiterlesen Partout c’est la guerre. Über Tijan Silas Roman „Tierchen unlimited