Kritiken

Vom Ängstlichen, Grausigen und Plapprigen. Über Roman Ehrlichs Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“

In seiner Schrift Arbeit am Mythos (1979) weist der Philosoph Hans Blumenberg dem Erzählen zwei Aufgaben zu: „Geschichten werden erzählt, um etwas zu vertreiben. Im harmlosesten, aber nicht unwichtigsten Fall: die Zeit. Sonst und schwerwiegender: die Furcht.“ Bei dem Diskursgeschnatter unserer angstbesessenen Zeit nimmt es nicht Wunder, dass sich auch die jüngste Literatur mit dem… Weiterlesen Vom Ängstlichen, Grausigen und Plapprigen. Über Roman Ehrlichs Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“

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Alle meine Ex-Hypes. Über „New Sincerity“ und die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift „Metamorphosen“

Es ist immer von Vorteil, über den jeweils aktuellen Literaturhype Bescheid zu wissen. Insbesondere, wenn dieser eigentlich schon wieder zu den Akten gelegt wurde, wie es vor kurzem der sogenannten „Alt Lit“-Bewegung in den USA ergangen ist. Hinter dem Label der „Alternative Literature“ hatte sich seit 2011 eine Gruppe junger, vorwiegend aus New York stammender… Weiterlesen Alle meine Ex-Hypes. Über „New Sincerity“ und die neueste Ausgabe der Literaturzeitschrift „Metamorphosen“

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Es gibt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Über Tullio Forgiarinis Erzählung „Lizardqueen“

Ausnahmsweise sei als Einstieg mal einer jener wuchtigen Sätze des übergroßen Marcel Reich-Ranicki zitiert, mit dem der 2013 verstorbene Kritiker zu glänzen und einzuschüchtern wusste: „Literatur kennt nur zwei Themen. Die Liebe und den Tod. Alles andere ist Mumpitz.“ Wer könnte dem widersprechen? Der luxemburgische Autor Tullio Forgiarini scheint sich dieses Dekrets jedenfalls entsinnt zu… Weiterlesen Es gibt nur zwei Themen: Die Liebe und den Tod. Über Tullio Forgiarinis Erzählung „Lizardqueen“

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Blog vs. Feuilleton Oder Über Literaturbetriebswärme

Feuilleton vs. Blog, Etablierte vs. Randständige, Beruf vs. Hobby, Profi vs. Laie. Es ist ein altes Thema, ja, ich weiß, aber es gibt neue Anlässe, um darüber zu sprechen. (Und überhaupt: Gulasch soll ja auch besser schmecken, je länger man es köcheln lässt.) Daher will ich hier einige Gedanken zur personalen und strukturellen Aufstellung der… Weiterlesen Blog vs. Feuilleton Oder Über Literaturbetriebswärme

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Partout c’est la guerre. Über Tijan Silas Roman „Tierchen unlimited

Es ist nicht einfach, sich zu behaupten, weder in Sarajevo, wo „Menschen jeden Morgen mit dem Gedanken aufwachten: ›Lieber Gott, lass mich heute nicht sterben. Ich bin zu jung. Ich habe Besseres verdient‹“, noch in Heidelberg, der „Stadt voller Flachzangen“, dem „Loch“, das „nicht einmal einen Fußballverein“ aufzuweisen hat. In Tijan Silas Roman Tierchen unlimited… Weiterlesen Partout c’est la guerre. Über Tijan Silas Roman „Tierchen unlimited

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Leerlauf und Anmaßung. Über Luc Spadas Lyrikband „Fass mich an“

Luc Spada ist eine literarische Erscheinung, ein Phänomen, ein Wetterleuchten am harmlosen hellgrauen Literaturhimmel Luxemburgs. So jedenfalls lautet die (Selbst-)Erzählung des 1985 geborenen Autors und Schauspielers. Das Image des jungen und frechen Typen hat Spada sich durch zwei Bücher, Poetry-Slam-Programme und diverse Theaterarbeiten hierzulande errungen. Mit dem Gedichtband „Fass mich an“ soll nun der Ruf… Weiterlesen Leerlauf und Anmaßung. Über Luc Spadas Lyrikband „Fass mich an“

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Kurz vor der Schwelle. Über Lukas Bärfuss‘ Roman „Hagard“

Wahrscheinlich, vermutlich, womöglich – im neuen Roman von Lukas Bärfuss wird ausgiebig gemutmaßt, sowohl vonseiten des Erzählers, der versucht, seine eigene Hauptfigur zu verstehen, als auch vonseiten eben jener Hauptfigur, die zwei Tage darauf verwendet, sich an die Spur einer unbekannten Frau zu heften. Es ist Mitte März in einer schnieken Schweizer Stadt: Alles ist… Weiterlesen Kurz vor der Schwelle. Über Lukas Bärfuss‘ Roman „Hagard“