Allgemein

Storytelling II, … oder: Eine neue nationale Erzählung für Luxemburg

Der erste Satz von Tolkiens „Der Hobbit“ lautet: „In einem Loch im Boden lebt ein Hobbit.“ Hiermit sind die Gesetze dieser Welt definiert: Es gibt Wesen, die Hobbits heißen. Und es gibt Häuser, die in den Boden hineingebaut sind. Von nun an wissen wir, was als möglich bzw. unmöglich zu gelten hat in dieser fiktiver… Weiterlesen Storytelling II, … oder: Eine neue nationale Erzählung für Luxemburg

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Schöne Kunst kann grausam sein. Über den Hellersdorfer Literaturstreit um Eugen Gomringers Gedicht „avenidas“

Nach Sexismus-Vorwürfen soll an der Berliner Alice Salomon Hochschule eine Fassade umgestaltet werden, die das Gedicht „avenidas“ von Eugen Gomringer trägt. Die Medien schalten reflexhaft auf Eskalation, viel ist von Zensur, Missachtung der Kunstfreiheit und überzogener politischer Korrektheit zu lesen. Auffällig ist, was dabei auf der Strecke bleibt: eine Interpretation des Gedichtes. „Avenidas“ steht seit… Weiterlesen Schöne Kunst kann grausam sein. Über den Hellersdorfer Literaturstreit um Eugen Gomringers Gedicht „avenidas“

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Blogkritik I, … oder: Mal Waffe, mal Watte

Was Barbara Schöneberger für Moderationen ist, ist Gottfried Benn für Zitate: die Allzweckwaffe, die immer irgendwie den Ton trifft. Auch zum problematischen Verhältnis zwischen Gewalt und Kunst hatte der Lyriker und Essayist ein Bonmot parat: „Sei selber die ununterbrochene Gefahr, das sagt die Kunst“, notiert er in einem undatierten Entwurf. Mit dieser Denkweise, in der… Weiterlesen Blogkritik I, … oder: Mal Waffe, mal Watte

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Was sollen wir nur tun, Volker? Über eine abträgliche Besprechung von Linda Boström Knausgårds Roman „Willkommen in Amerika“

Mit der Platzanweisung fängt es an. Wer den Oberkellner kennt, kriegt den guten Tisch am Fenster. Ansonsten sitzt du neben der Tür zur Küche, die so ein albernes ovales Guckloch hat und dir zuverlässig die fischigen Gargerüche in den Nacken fächert. Mit der Zuteilung von Raum werden Hierarchien und Strukturen evident, die einem so vielleicht… Weiterlesen Was sollen wir nur tun, Volker? Über eine abträgliche Besprechung von Linda Boström Knausgårds Roman „Willkommen in Amerika“

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Auf Mercedes Benz reimt sich Dekadenz.

Was haben Autobesitz und ein „Poetry Slam“ miteinander zu tun? Der Versuch eines Nachvollzugs. Ob Strumpf, Ozon oder Sommer – es ist nicht immer einfach, die vielen Löcher zu stopfen. Das wissen gerade im Juli, August, September die Redakteure der Zeitungen. Wie angeschossene Rehe irren sie durch das Luxemburger Ländchen, um Terrassen, Camping-Wiesen und Schotterwege… Weiterlesen Auf Mercedes Benz reimt sich Dekadenz.

Kritiken

Direkt davor und längst danach. Über Jan Wehns „Morgellon“ und Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

„Morgellon“, der Erstling von Jan Wehn, ist ein Buch der Anregungen. Es sind die medialen, pharmazeutischen und psychotischen Stimuli unserer Zeit, die den Protagonisten Noah Zimmermann auf gerade einmal 75 Seiten ans Ende der Gesellschaft und seiner selbst treiben. Mit einer Junkie-Einlage setzt der Wegfall aus dem Sozialen ein: Nachdem der Student Noah seinem Dealer… Weiterlesen Direkt davor und längst danach. Über Jan Wehns „Morgellon“ und Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

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Über Angst

Jede Zeit hat ihre Vokabel, in der sich die jüngste Mentalität ballt, ihren Grundbegriff, der die Jetzt-Stimmung fasst, ihre Denkfigur, die gehegt und gepflegt wird wie ein Tomatensträuchlein. Die Künstler des im öden Chic der Jahrhundertwende erstarrten Wien hatten vor 1914 ihren Ennui. Die 68er fanden im Tumult zusammen, in der grobianischen Lust, die Gesellschaft… Weiterlesen Über Angst